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Ausflug nach Berlin


Gel├Ąndedarstellung: ┬ę 1998 Microsoft (Encarta)
[Fr, 14. Juli 2006]

Obwohl unser Tagesziel noch einmal Berlin hei├čt, ist an diesem Morgen nach dem Fr├╝hst├╝ck erst einmal Packen angesagt. Das Boot, das w├Ąhrend des gestrigen Orkans vor unserem Bungalow gelegen hat, ist an den Seiten mit einer Kruste w├Ąhrend des gestrigen Wolkenbruchs aufgespritzten Schlammes ├╝berzogen, der inzwischen schon wieder getrocknet ist. Mit dem Handfeger kratze ich die Schicht herunter, ehe ich das Boot zerlege und mit dem in der Rezeption geliehenen Staubsauger auch innen vom gr├Âbsten Schmutz befreie. Anschlie├čend landet es zusammen mit dem anderen Equipment, das nicht mehr ben├Âtigt wird, im Kofferraum unseres Autos.

Unser zweiter Ausflug in die Bundeshauptsstadt verl├Ąuft zun├Ąchst um einiges schleppender als drei Tage zuvor. Wieder besorgen wir uns an der Rezeption des Campingplatzes unser Nahverkehrs-Tagesticket, und wieder nehmen wir den Bus bis zum Potsdamer Hauptbahnhof. Dort jedoch erwartet uns eine unsch├Âne ├ťberraschung. Der Regionalexpress, der uns nach Berlin bringen soll, f├Ąhrt aufgrund einer Streckensperrung nicht weiter. Wir folgen dem Tross frustrierter Bahnkunden und quetschen uns in die S-Bahn, die jedoch aus dem selben Grund nur bis Berlin-Wannsee f├Ąhrt. Dort m├╝ssen wir auf eine andere S-Bahn umsteigen, die uns auf einer alternativen Strecke nach Berlin bringt. Das dauert ewig, 40 Minuten sind wir mit diesem Zug unterwegs. Daf├╝r k├Ânnen wir direkt am Nordbahnhof aussteigen. Von dort ist es nicht weit zu unserem ersten Tagesziel, dem Dokumentationszentrum Berliner Mauer an der geschichtstr├Ąchtigen Bernauer Stra├če, das sich bereits fr├╝h durch den hier wieder errichteten Teil des mauerums├Ąumten Todesstreifens ank├╝ndigt. Auch hier wird fast zu vieles geboten, um sich allem bei einer einzigen Stippvisite mit der ihm geb├╝hrenden Gr├╝ndlichkeit zu widmen. Beeindruckend sind die vielf├Ąltigen Bild-, Ton- und Filmdokumente auf jeden Fall.

Wir setzen unseren Weg zu Fu├č in Richtung Zentrum fort. N├Ąchstes Etappenziel: das Kunsthaus Tacheles in der Oranienburger Stra├če. Unterwegs versorgen wir uns noch an der B├Ąckerei eines Supermarkts mit einem viel zu trockenen und zu kleinen Streusel-Hefeteilchen. Das Tacheles gibt aus unserer Sicht nicht wirklich viel her — egal, Hauptsache mal dagewesen ist die Devise. Au├čerdem finden wir nebenan einen netten ├Ągyptischen Imbiss, wo wir drau├čen sitzen und uns den Bauch mit Falaffel auff├╝llen k├Ânnen.

Zu Fu├č ziehen wir weiter, ├╝berqueren die Spree mit Blick auf die Museumsinsel und finden uns bald auf dem Boulevard Unter den Linden wieder. Hier steigen wir wieder in einen der Doppeldecker unserer Lieblingsbuslinie, der Nummer 100, die uns diesmal vorbei am Berliner Dom zum Alexanderplatz bringt. Kordula m├Âchte unbedingt zur Weltzeituhr, die jedoch, nachdem wir sie endlich finden, gar nicht so viel hermacht. Gegen├╝ber eines Kaufhauses lassen wir uns f├╝r kurze Zeit nieder, doch die aus den B├╝schen hinter uns heranwehenden Ger├╝che, die unzweifelhaft darauf hindeuten, dass sich hier ein nicht sichtbares, aber stark frequentiertes Open-Air-Urinal befinden muss, treiben uns schnell wieder von dannen. Wir finden Zuflucht in einem Donuts-Laden, in das wir uns von einer Werbung f├╝r ein Eiskaffee-Getr├Ąnk locken lassen. Leider kaufen wir das v├Âllig ├╝berteuerte, ekelhaft s├╝├č und k├╝nstlich schmeckende Zeug in XXL-Gr├Â├če und als ich den Becher halb leer habe, ist mir regelrecht schlecht.

Ein weiteres Mal nehmen wir die Dienste der Buslinie 100 in Anspruch. Diesmal lassen wir uns zur entgegengesetzten Endhaltestelle, der Ged├Ąchtniskirche in der N├Ąhe des Bahnhofs Zoo, bringen. Von dort aus machen wir uns auf die Suche nach dem Kaufhaus des Westens. Von irgendwoher glauben wir zu wissen, dass sich dieses auf dem Kurf├╝rstendamm befindet, und es dauert einige hundert Meter, bis wir unseren Irrtum bemerken. Mit einer weiteren Kurzfahrt per Bus machen wir die vergeblich gelaufenen Meter wieder wett, und finden das Kaufhaus schlie├člich in der Tauentzienstra├če. Das KaDeWe entpuppt sich schnell als Kaufhaus wie jedes andere auch. Einzig die Feinkost-Abteilung mag uns ein paar Ausrufe der Kategorie "Schau mal da" zu entlocken. Kordula bleibt an einem Stand h├Ąngen, wo ein Mann Feingeb├Ąck mit Schokoguss verziert und deckt sich mit Mitbringseln f├╝r die Daheimgebliebenen ein. Erst sp├Ąter realisiert sie, dass das Zeug weder aus Berlin noch aus Brandenburg stammt, aber so hat sie wenigstens einen Grund es selbst wegzunaschen.

Wieder au├čerhalb des Konsumtempels lassen wir uns in einem italienischen Stra├čen-Eiscafé nieder, wo ich mir das gleichnamige Getr├Ąnk und Kordula sich einen Eisbecher g├Ânnt. Danach fahren wir mit der U-Bahn von der U-Bahn-Station Wittenbergplatz eine Station zur├╝ck zum Bahnhof Zoo. Da bis zur Abfahrt unseres Zuges Richtung Werder noch Zeit ist, beschlie├čen wir spontan, ihm ein St├╝ck entgegenzufahren. Genau genommen wollen wir zum erst wenige Wochen zuvor neu er├Âffneten Berliner Hauptbahnhof und uns den noch anschauen, bevor wir dort in den Regionalexpress zur├╝ck nach Werder steigen. Wieder treffen wir auf ein Geb├Ąude, das vielen Fensterputzern auf Jahre hinaus ein arbeitsintensives Bet├Ątigungsfeld sichert, eine luftige, transparente Konstruktion, die ├╝ber die verschiedenen Stockwerke hinweg interessante Blickwinkel und Perspektiven bietet. Die R├╝ckfahrt nach Werder verl├Ąuft ohne Streckensperrungen und sonstige Hindernisse. Wieder steigen wir am Bahnhof in Werder auf den Bus zur Riegelspitze um.

Wir beschlie├čen diesen letzten Urlaubsabend im Biergarten des Campingplatzes, wo wir uns an Pommes mit Boulette bzw. mit Cordon Bleu laben. Die letzten Augenblicke des Abends verbringen wir auf der Bank am Badestrand.

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